
Für die einzige Radverkehrs-Zählstelle des Senats in Neukölln am Maybachufer (zwischen Hobrecht Brücke und Liberdastraße) liegen nun seit 10 Jahren Daten vor.
In den ersten Jahren wurde eine stete Steigerung der Zahlen registriert, das nährte die Hoffnung das bald 2 Millionen Radfahrende pro Jahr am Maybachufer gezählt würden.
Diese Szenario trat nicht ein. Es wurde durch erfreuliche Verbesserungen der Radinfrastruktur in nahen angrenzenden Bereichen verhindert. Durch den fortschreitenden Ausbau der Weserstraße zur Fahrradstraße und die Asphaltierung der Friedelstraße wurde eine gut fahrbare Alternative zur Route Weigandufer / Pflügerstraße / Maybachufer geschaffen. Ähnliche Auswirkungen dürfte die Asphaltierung der Donaustraße (auf der noch viel für den Radverkehr zu verbessern wäre) haben.
Die Radinfrastruktur am Kottbusser Damm – gefühlt noch Neukölln aber schon Kreuzberg – stellt in Verbindung mit der Weserstraße eine weitere und viel genutzte Alternativroute zum Maybachufer dar.
Vieles könnte selbstredend noch verbessert werden, doch bleibt festzuhalten das die Situation für den Radverkehr in diesem Bereich von Nord-Neukölln seit 10 Jahren deutlich verbessert wurde.
Für die Zählergebnisse am Maybachufer (siehe Grafik weiter unten) sind hier die Gründe zu suchen, warum es keine weitere dokumentierte Zunahme gibt. Dass der Radverkehr speziell in diesem Bereich von Nord Neukölln stark zugenommen hat, steht für uns jedoch außer Frage.
Erfreulich ist die Einrichtung des Kiezblocks Reuterstraße zur Jahreswende 2023/2024 mit der Änderung des Verkehrsflusses um die Hobrechtbrücke. Dadurch wurden deutliche Verbesserungen erreicht, die erhebliche Auswirkungen bis in den Reichenberger Kiez haben. Zu loben ist hier die gute Zusammenarbeit der Bezirke Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln. Theoretisch kann dies erwartet werden, ist in der Praxis aber immer noch eine lobenswerte Ausnahme.

Alle oben beschriebenen Verbesserungen verdanken wir der Arbeit von Initiativen, dem Bezirk Neukölln und dem Vorgängersenat. Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden und sind erleichtert darüber, dass es dem aktuellen Senat bisher nicht gelungen ist, diese Verbesserungen in Teilen oder zur Gänze zu verhindern oder gar wieder zurück zu drehen.

Datenquelle Senatsseite: https://www.berlin.de/sen/uvk/verkehr/verkehrsplanung/radverkehr/weitere-radinfrastruktur/zaehlstellen-und-fahrradbarometer/karte/ oder: https://verkehrsmanagementberlin.eco-counter.com/site/100032236 (schneller Zugriff durch direkten Link)
Anmerkungen: Die Juli – August-Werte unterliegen stark dem Beginn und Ende der Sommerferien.
Anmerkungen zum Maybachufer
Das Maybachufer zwischen Hobrechtbrücke und Lohmühlenbrücke wurde aus Mitteln des Senats für den Radverkehr vor einigen Jahren asphaltiert und umgestaltet. Seitdem befindet sich hier eine attraktive und stark genutzte Radstrecke zur Verbindung der Stadtteile Neukölln, Alt-Treptow und Kreuzberg. Niemand möchte hier die alte Kopfsteinpflaster-Straße zurück, doch es gibt Kritik am heutigen Status des Maybachufers. Der Ausbau zwischen Pannierstraße und Hobrechtbrücke mit Senkrechtparkplätzen und Straßenverschwenkungen ist ungeeignet für den Radverkehr. In den Verschwenkungen kommt es bei Überholvorgängen von PKW und Radverkehr zu deutlichen Unterschreitungen des Mindestabstandes von 1.5 m. Derartige Infrastruktur ist ungeeignet, ungeübten Radfahrenden ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln und stellt ein erhebliches Gefährdungspotenzial dar.
